Stative unter 200 Euro

Was nichts kostet, ist nichts wert–das wusste bereits Einstein. Doch ab welchem Preis ist gute Qualität zu erwarten? Wir haben uns für diesen Vergleichstest ein Preislimit von jeweils 200 Euro pro Stativ gesetzt. Mehr soll der kompakte Dreibeiner inklusive Stativkopf nicht kosten. Trotz Preislimit ist die Auswahl im Low-Budget-Segment groß. Selbst Stative mit Carbonverarbeitung sind bereits günstig zu haben. In unserer Auswahl haben wir neben dem Preisrahmen auch ein kompaktes Packmaß priorisiert. Alle hier aufgelisteten Stative sind zusammengefahren nur zwischen 31 und 42Zentimeter lang. Die Traglast liegt zwischen 3,6 und 14 Kilogramm. Zielgruppe dieser kompakten Stative sind Fotografen mit ebenfalls kompakten Kameras, wie spiegellosen Systemkameras oder leichten Spiegelreflexmodellen.

In der Galerie oben finden Sie alle acht Stative alphabetisch sortiert als Übersicht.

Amazonbasics Reisestativ

Das Amazonbasics Reisestativ aus Carbon ist mit einem sehr niedrigen Neupreis von nur rund 71 Euro unser erster Kandidat in diesem Vergleichstest. Es fällt durch eine schlichte, gänzlich von Markenlogos befreite Aufmachung auf. Schaumstoffgriffe der Stativbeine sucht man vergebens. Die beiliegende Tasche ist ebenso puristisch gestaltet und mit einem Handbuch und Werkzeug ausgestattet. Die Verarbeitung kann mit denen der anderen, zum Teil deutlich teureren, Stative nicht mithalten.

Kürzestes Packmass im Testfeld

Nicht nur der Preis des Carbon-Reisestativs von Amazonbasics ist klein, auch das Packmaß setzt mit nur 31 Zentimetern ein deutliches Ausrufezeichen. Grundlage für dieses kompakte Design sind die um 180 Grad einklappbaren Stativbeine, die übrigens auch alle anderen Stative mitbringen. Die Stabilität geht in Ordnung. Wer auf der Suche nach einem möglichst günstigen Reisestativ aus Carbon ist, wird genau hier fündig. 

Preis (Handel)70,85 Euro
Max. Höhe/Packmaß134/31cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht3,6/1,1kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)3,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)3,5/5

Bewertung 3,5/5

Benro FSL09CN00

Das gut verarbeitete Benro FSL09CN00 tritt im schwarzblauen Design auf. Packmaß und Gewicht des Reisestativs aus Carbon sind in jedem Fall reisetauglich. Der Hersteller gibt eine maximale Traglast von vier Kilogramm an, die wir dem kompakten Kugelkopf auch abnehmen. Die vergleichbar kleine Schnellwechselplatte macht allerdings auch deutlich, dass sich das Stativ eher an kompakte Kameras richtet. Direkt unter der Stativplatte befindet sich eine Libelle.

Rudimentärer Kugelkopf

Der Kugelkopf ähnelt im Funktionsumfang dem des Cullmann-Stativs: Die waagerechte Panoramaachse kann leider nicht unabhängig von der sonstigen Ausrichtung eingestellt werden. Ein Pluspunkt stellt die Einbeinstativfunktion dar. Dieses eine Stativbein ist zudem mit Schaumstoff ummantelt. In Summe verpasst das Benro unser Gut-Testlogo nur um 0,5 Prozent. Der Preis von 160 Euro fällt angesichts der Leistung etwas hoch aus.

Preis (Handel)160 Euro
Max. Höhe/Packmaß139/32cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht4/1kg
Handhabung (30%)4/5
Verarbeitung (15%)4,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5

Bewertung 3,5/5

Cullmann Mundo 522TC

Von Cullmann haben wir das 522TC der Reisestativserie Mundo im Testfeld. Mit einem Neupreis von 129 Euro bewegt sich das Carbonstativ im Mittelfeld. Gleiches gilt für die Leistung, die das Stativ in unserem Test zeigte. Die Schwächen offenbaren sich im Stativkopf ohne unabhängige Panoramaeinstellung (wie beim Stativ von Benro). Außerdem kommt das Stativ ohne eine Einbeinstativfunktion oder integrierte Spikes aus. Die Mittelsäule ist umkehrbar und mit einem Haken ausgestattet.

Ein Stativ, das immer im Lot steht

Dank zweier Wasserwaagen und einer Libelle gelingt die Stativausrichtung im rechten Winkel ohne Probleme. Zudem ist es gut, dass Cullmann dem Mundo 522TC eine kompakte Makrosäule beilegt, mit der bodennahe Kameraperspektiven möglich sind, ohne die Mittelsäule umkehren zu müssen (was ebenfalls möglich ist). Die Verarbeitung ist prima und die Stabilität auf Höhe des Stativs von Benro und Amazonbasics.

Preis (Handel)129 Euro
Max. Höhe/Packmaß136/32cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht5/1kg
Handhabung (30%)4/5
Verarbeitung (15%)5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5

Bewertung 4/5

Manfrotto Element Traveller

Dank eines Gewichts von 1,3 Kilogramm wiegt das große Element Traveller Carbon Kit von Manfrotto im mitgelieferten Tragebeutel nicht allzu schwer. Dennoch ist es eines der schwersten Stative im Testfeld. Gleiches gilt für das Packmaß, das mit 42 Zentimetern das größte dieses Tests ist. Das wirft das Manfrotto-Stativkit im Vergleich um ein möglichst kompaktes Packmaß nach hinten. Ein Vorteil für große Fotografen ist die mit bis zu 165 Zentimeter großzügige Arbeitshöhe.

Mit Einbeinfuktion und Spikes

Neben dem Stativ inklusive Kugelkopf sind im Lieferumfang außerdem Spikes enthalten. Top! Die Verarbeitung ist gut und die Bedienung problemlos: Die Drehverschlüsse lassen sich bequem verstellen. Dank integriertem Einbeinstativ lässt sich das Element schnell umbauen. Auch Spikes sind vorhanden. Die Stabilität geht in Anbetracht des Gewichts voll in Ordnung. Folglich ist das Manfrotto unser Testsieger zum sehr guten Preis.

Preis (Handel)99 Euro
Max. Höhe/Packmaß165/42cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht8/1,3kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)4/5
Stabilität (30%)4,5/5
Funktionsumfang (25%)4,5/5

Bewertung 4,5/5

Sirui AM-025K + D10-K

Das AM-025K vertreibt Sirui als Teil einer exklusiven Amazon-Serie. Das Carbonstativ wird auf dem Online- Marktplatz aktuell für 162,05 Euro gehandelt. Dafür erhält der Kunde ein mangelfrei produziertes Stativ. Ebenso wie die Verarbeitung kann auch die Handhabung überzeugen. Die Stativbeine lassen sich dank der sehr ergonomisch gummierten Drehverschlüsse hervorragend bedienen. Der Stativkopf ist samt Stativplatte zwar klein, aber ebenfalls sehr gut verarbeitet.

Leichtestes Stativ im Testfeld

Mit einem Gesamtgewicht von nur 0,9 Kilogramm ist das Sirui das in diesem Testfeld leichteste Stativ. Zudem ist das Packmaß mit nur 32 Zentimetern ebenfalls kompakt. Die Stabilität ist gut, der Funktionsumfang in Ordnung. Eine Einbeinstativfunktion ist nicht vorhanden, ebenso wenig Wasserwaage und Spikes. Dafür gibt es aber dank abschraubbarer (nicht umkehrbarer) Mittelsäule eine Makrofunktion für bodennahe Aufnahmen.

Preis (Handel)162,05 Euro
Max. Höhe/Packmaß140/32cm
Mittels. ub*/sb**/Hakennein/nein/ja
Tragkraft/Gewicht6/0,9kg
Handhabung (30%)5/5
Verarbeitung (15%)5/5
Stabilität (30%)4/5
Funktionsumfang (25%)3,5/5

Bewertung 4,5/5

3LT Punks Corey + Airhed Neo

Jetzt wird’s bunt: Zwar ist das Punks Corey Reisestativ von 3 Legged Thing das teuerste Stativkit im Testfeld, allerdings mit rund 200 Euro immer noch erschwinglich. Es ist wie alle anderen Stative dieses Tests mit vier Stativbeinauszügen ausgestattet und bildet gemeinsam mit dem Modell von Kaiser Fototechnik die Allianz der Aluminiumstative in diesem Test. Dennoch muss sich das Stativ nicht vor den Modellen aus Carbon verstecken. Dank kompaktem Packmaß ist es reisetauglich.

Für hohe Traglast ausgelegt

Mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Kilogramm ist das 3 Legged Thing schon beinahe ein Koloss in diesem Testfeld. Doch wer viel wiegt, kann auch viel tragen: Der Hersteller gibt eine maximale Traglast von 14 Kilogramm an – den vergleichbar großen Stativbeindurchmessern sei Dank. Toll ist die Einbeinstativfunktion. Zudem lassen sich die Stativfüße wechseln. Spikes sind aber nur optional erhältlich. Es ist ähnlich stabil wie das Manfrotto.

Preis (Handel)199,99 Euro
Max. Höhe/Packmaß149/35cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht14/1,5kg
Handhabung (30%)4,5/5
Verarbeitung (15%)4/5
Stabilität (30%)4,5/5
Funktionsumfang (25%)4/5

Bewertung 4,5/5

Tiltall 2GO TE-225 K

Das Tiltall 2go TE-225 K von Kaiser Fototechnik überzeugt mit grandioser Handhabung. Auch die Verarbeitung des Aluminiumstativs konnte uns im Test überzeugen. Die um 180 Grad einklappbaren Stativbeine bieten mit den Drehverschlüssen einen hohen Bedienkomfort. Zusammengeklappt misst es lediglich 32 Zentimeter. Voll ausgefahren erreicht es eine Höhe von nur 129 cm, alle anderen Stative dieses Tests bieten mehr. Mit 1,3 Kilogramm ist es für lange Fototouren geeignet.

Sehr guter Stativkopf

Die umkehrbare Mittelsäule lässt sich auch beim Tiltall zweifach ausfahren. Maximale Stabilität erreicht das Stativ allerdings (wie alle weiteren Reisestative ebenfalls) mit einer möglichst niedrigen Mittelsäule. Der Stativkopf Tiltall BH-07 verspricht tolle Ergonomie. Die maximale Traglast beträgt sieben Kilogramm. Unser Fazit zum Modell von Kaiser Fototechnik: tolles Alu-Stativ zu einem angemessen Preis mit nur kleinen Abzügen.

Preis (Handel)199 Euro
Max. Höhe/Packmaß129/32cm
Mittels. ub*/sb**/Hakenja/nein/ja
Tragkraft/Gewicht7/1,3kg
Handhabung (30%)5/5
Verarbeitung (15%)4,5/5
Stabilität (30%)3,5/5
Funktionsumfang (25%)4,5/5

Bewertung 4,5/5

Aluminium oder Carbon

Gewöhnlich sind Stative aus hochwertiger Carbonverarbeitung im Direktvergleich mit selbigen Modellen aus Aluminiumverarbeitung teurer. Doch unser Test der Reisestative zeigt, dass die Frage nach dem Material keine Frage des Preises ist. Zwei der acht Stative sind aus Aluminium und in diesem Testfeld sogar die teuersten Modelle. Carbonstative werden demnach auch im Hobby- und Einsteigersegment immer gängiger und erschwinglicher. Das zeigt auch unsere Umfrage, bei der jeder zweite Teilnehmer angegeben hat, ein Stativ aus Carbon zu bevorzugen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist leichter, schwingungsunanfälliger und im Gegensatz zu Aluminium kälteresistent. Dennoch kann auch Aluminium überzeugen.

Fazit

Unser Test zeigt: Es lohnt sich in jedem Fall, ein kompaktes Stativ mit ins Urlaubsgepäck einzupacken – unabhängig davon, wohin die Reise geht. Mit einem Gewicht von rund einem Kilogramm inklusive Stativkopf fällt das Stativ im aufgegebenen Gepäck kaum auf. Stabilitätswunder kann man in dieser Preis- und Gewichtsklasse allerdings nicht erwarten. Die leichten Dreibeinstative dieses Tests sollen vor allem kompakte Kameras stabilisieren. Im Zweifel lohnt es sich, die Mittelsäule nicht komplett auszufahren. Platz 1 sichert sich das große Element Traveller Carbon Kit von Manfrotto, das mit einem im Vergleich großen Packmaß von 42 Zentimetern einen Kompromiss einfordert. Mit einem Preis von nur 99 Euro bietet das Stativkit allerdings ein hervorragendes Preis-Leistungs- Verhältnis. Gleich hinter dem Modell von Manfrotto komplettieren die Reisestative von Tiltall und Sirui mit jeweils gleicher Punktzahl (87 von 100) das Podium der drei besten Reisestative dieses Tests.

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