In der Fotografie ist alles erlaubt. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Trotzdem lohnt der Blick auf klassische Bildfehler, insbesondere für Fotografie-Einsteiger. Dabei handelt es sich um Erfahrungswerte, die letztlich auch den Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten Foto ausmachen. In der folgenden Diashow haben wir neun gängige Bildfehler für Sie zusammengestellt.

Weitwinkel beim Porträt

Hier wurde das bessere Porträt (rechts) mit einer Canon EOS 5 D Mark II, 85 mm, bei Blende F/1,8, ISO 100 und Belichtungszeit 1/800s abgelichtet.

Die Auswahl der Brennweite ist eine der ersten Aufgaben eines jeden Porträtfotografen, wenn er ein Shooting vorbereitet. So bieten sich bei dem Genre Brennweiten von 50mm (Normalbrennweite) bis 135mm (Telebrennweite) perfekt an. Im Gegensatz dazu erzeugen Weitwinkelobjektive durch ihre kleinen Brennweiten unvorteilhafte Verzerrungen und eine zu große Schärfentiefe, die für Unruhe im Porträt sorgt.

Langweiliger Kamerastandpunkt

Das spannendere Bild (unten) entstand mit der Canon EOS 500D, 30 mm, bei Blende F/11, ISO 100 und Belichtungszeit von 25s.

Wenn Sie eine Sehenswürdigkeit besichtigen, sollten Sie sich im Vorhinein informieren, wie Sie diese fotografieren können. Dadurch heben sich Ihre Bilder von denen anderer Touristen ab. Oft gibt es in der Nähe von Hotspots in der Stadt Aussichtsplattformen, die weniger besucht sind als die direkten Aussichtspunkte vor dem Objekt.

Unpassende Belichtungszeit

Mit einer Canon EOS 60 D, 17 mm, bei Blende F/7,1, ISO 200 und Belichtungszeit 1/10s wurde hier das vorteilhaftere Bild (unten) geschossen. 

Es gibt Fotomotive, die erst bei einer langen Belichtungszeit ihre ganze Bildwirkung zum Ausdruck bringen. Ein Wasserfall zum Beispiel zählt dazu. Anstatt auf eine kurze Verschlusszeit und entsprechend eingefrorene Wassertropfen zu setzen, stellt eine Langzeitbelichtung (hier: 1/10 Sek.) eine harmonischere Alternative mit weichem Wasser dar. Tagsüber ermöglicht ein Graufilter eine lange Verschlusszeit ohne Überbelichtung. Wichtig: Stativ nicht vergessen!

Kinder von oben fotografieren

Mit einer der Canon EOS 5 D Mark II, 85 mm, bei Blende F 2,8, ISO 800 und Belichtungszeit 1/320s wurde der Kleine hier auf Augenhöhe abgelichtet (rechts).

Erwachsene Menschen blicken in der Regel auf Kleinkinder herab. Wird diese Perspektive für Kinderfotos verwendet, kann dem Bildbetrachter nicht mehr als ein müdes Gähnen entlockt werden. Fotografieren Sie stattdessen abwechslungsreich und probieren Sie verschiedene Blickwinkel aus. Für dynamische Kinderfotos gehen Sie zum Beispiel auf Augenhöhe und legen Sie sich auch mal auf den Boden.

Langweiliger Himmel

Das Bild mit dem farbintensiveren Himmel (unten) wurde mit der Canon EOS 5 D Mark II, 24 mm, bei Blende F 5,6, ISO 100 und Belichtungszeit 1/100s gemacht.

Auch in Zeiten von Photoshop spielen Objektivfilter eine große Rolle, vor allem in der Landschaftsfotografie. So minimiert ein Polfilter Reflexionen und verstärkt die Farbintensität. Der Unterschied zwischen Fotos mit und ohne Polfilter fällt sofort auf. Achten Sie beim Kauf eines solchen Filters auf eine hohe Vergütung. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass ein Polfilter rund 1,5 Blenden Licht schluckt.

Blendenfleck in der Aufnahme

Durch die Canon EOS 5 D Mark II, 11 mm, bei F/11, ISO 100 und Belichtungszeit von 1/30s entstand die bessere Aufnahme ohne Blendenfleck (rechts). 

Was bei der Porträtfotografie oft und gern ins Bild aufgenommen wird, versuchen Landschaftsfotografen zu vermeiden: Die Flares, auch Blendenflecke auf Deutsch genannt, entstehen durch die direkte Sonneneinstrahlung ins Objektiv. Um diese erfolgreich zu umgehen, ist eine zweite, deckungsgleiche Aufnahme nötig, bei der die Sonne beispielsweise mit der Hand abgeschirmt wird. In der digitalen Bildbearbeitung haben Sie dann die Möglichkeit, diese beiden Aufnahmen als Ebenen übereinanderzulegen und den Blendenfleck selektiv und präzise zu maskieren.

Auge unscharf

Mit der Canon EOS 5 D Mark II, 85 mm, bei Blende F/1,8, ISO 100 und Belichtungszeit von 1/200s entstand das gelungenere Porträt (rechts). 

Bei einem Porträt sind die Augen der fotografierten Person mit das wichtigste Bildelement. Wenn nicht im Profil aufgenommen, darf kein Auge abgeschnitten werden. Zusätzlich sollten beide Augen scharf abgebildet sein. Das stellt sich bei offener Blende, Telebrennweite und einer seitlichen Kopfhaltung aber als schwierig heraus. Blenden Sie in solchen Situationen einfach ausreichend ab oder fotografieren Sie die zu fotografierende Person frontal. Beide Möglichkeiten sollten das Unschärfe-Problem schnell und einfach lösen.

Ungerader Horizont

Das Bild mit geradem Horizont (unten) entstand durch die Canon EOS 5 D Mark II, 42 mm, bei Blende F/5,6, ISO 200 und Belichtungszeit von 30s.

Es klingt banal und wird doch noch so oft falsch gemacht: der schiefe Horizont. Bei Landschaftsaufnahmen sollte die Kamera parallel zum Horizont ausgerichtet sein. Das Ausrichten wird bei neueren Kameramodellen durch eine integrierte, digitale Wasserwaage vereinfacht. Alternativ gibt es im Fotozubehör nützliche Blitzschuh-Libellen.

Gestellte Fotos

Das natürlicher wirkende Foto (rechts) entstand mit der Canon EOS 5 D Mark II, 85 mm, bei Blende F/2,8, ISO 800 und Belichtungszeit von 1/320s.

Sobald eine Person auf einem Foto in die Kamera guckt, wirkt die Situation für den Bildbetrachter gestellt. Lassen Sie die Menschen vor Ihrer Kamera Spaß haben. Bei Paarfotos bietet es sich beispielsweise an, den Models eine Geschichte zu erzählen, die sie „weiterspielen“ sollen. Das lenkt die Aufmerksamkeit der beiden fotografierten Personen auf den jeweiligen Partner und lässt die Kamera in den Hintergrund geraten. Emotionalere Fotos sind garantiert!


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